Dehnen oder nicht Dehnen?????

Dehnmethoden gibt es mindestens so viele wie Dehn-Gurus. Ich mag ja Gurus. Sie erklären Zusammenhänge sehr überzeichnet und fokussieren sich auf ein Thema. Was ich nicht so gerne mag, sie glauben nur sie haben Recht.

Streching, aktives Dehnen, passives Dehnen, statisches Dehnen, dynamisches Dehnen, AED Methode, Funktionelles Dehnen, Fasciale Dehnmethoden…….ein Dschungel an Möglichkeiten.
Jede Art des Dehnens hat seine Vor- und Nachteile. Es kommt immer darauf an wer, wann, warum dehnt.

Ich kann mit Dehnübungen meine Beweglichkeit verbessern. Ich kann muskuläre Verspannungen lösen. Ich kann mich psychisch dabei entspannen.

Ein Trainer sollte möglichst viele Arten von Dehnungsmöglichkeiten kennen, um genau das zu finden, das gerade benötigt wird.

Wie schaut es z.B. beim Laufen aus. Soll man vor dem Laufen dehnen. Es kommt drauf an. Wenn, dann dynamisches Dehnen. Wenn dynamisches Dehnen, dann sollte der Sportler Erfahrung damit haben und über ein gutes Körpergefühl verfügen. Es kommt auch drauf an welche Art von Strecke, und wie schnell er sie läuft. Bei einer Sprintdistanz ist Beinhub gefragt. Da ist schon einiges an Beweglichkeit notwendig.

Sonst würde ich vom Dehnen vor dem Laufen abraten, das nimmt der Muskulatur die Spannung. Besser sind Mobilisationsübungen.
Nach dem Laufen, eventuell leichtes Dehnen, aber nur um die Schlackenstoffe schneller abzubauen. (aber finde es nicht wirklich notwendig)

Dehnen empfehle ich als eigene Trainingseinheit. Sie dient zur Erreichung einer ausgeglichenen Beweglichkeit.

Um Verspannungen entgegenzuwirken empfehle ich vor dem Dehnen die Muskeln mit einer Rolle (Massage für Arme) weich zu machen. Optimal wäre natürlich ein manueller Therapeut, der mit seinem fachlichen Gespür Verspannungen lösen kann.
Dann erst Dehnen. Es hat wenig Sinn in ein verspanntes Gewebe hinein zu dehnen.

Es ist aber zu wenig Verspannungen nur aufzulösen. Man muss die Ursache finden. Verspannungen entstehen, wenn ein Muskel überbelastet wurde. Er Arbeiten übernommen hat, für die er eigentlich zu schwach ist.

Der nächste Schritt ist dann diese muskuläre Dysbalance auszugleichen.

Dehnen als Verletzungsprophylaxe ist zu wenig.

Ein Grund für verkürzte Muskeln ist, wenn er stärker ist als sein Gegenspieler. z. B. die Oberschenkelvorderseite bei Läufern. (sozusagen verkürzt)

Warum soll ich ihn jetzt nur dehnen (in die Länge ziehen) ich will ja einen starken Muskel haben. Ich finde es vernünftiger die Rückseite zu stärken um diese Dysbalance auszugleichen.

Dehnen um die Beweglichkeit zu erhöhen ist wichtig. Dehnen um Dysbalancen auszugleichen geht nur mit Kombination Krafttraining.

Entscheidend ist immer das richtige Verhältnis von Kraft, Mobilität, Stabilität, Flexibilität.