Die mentale Einstellung

Es gibt ein Buch in dem ich immer wieder gerne schmöckere. „Die mentale Einstellung“ von Dr. Thomas Wörz, Mental Coach betreut Olympiasieger, Welt und Europameister.

Was unterscheidet einen erfolgreichen Sportler von einem nicht erfolgreichen Sportler:

Ein nicht erfolgreicher Sportler fühlt am Start den hohen Druck, der auf ihn lastet und wünscht sich, dass der Wettbewerb am besten schon vorbei sei. Er befindet sich in einer mentalen Flucht und dass Vermeidungsverhalten hat schon vor dem Wettkampf begonnen. Dieser Fluchtgedanke verstärkt seine Selbsterfüllende Prophezeiung. Gegner sind zu stark, Wetter zu schlecht, zu schlecht geschlafen, das falsche gegessen…. Der einzige Triumph an diesem Tag – das Erfolgserlebnis, Recht behalten zu haben – ein trauriger Triumph. Dieses Gefühlsempfinden speichert er in seiner Erinnerung und wird beim nächsten Wettbewerb wieder herausgeholt. Er befindet sich in einem Teufelskreis.

Der erfolgreiche Sportler ist am Start nervös, aber es gelingt ihm den auf ihm lastenden Druck in lustbetontes Angriffsverhalten umzusetzen. Die Startlinie ist eine Entscheidungslinie, an der er sich auf die ihn wartende Herausforderung stellt. Der Wettbewerb wird mit einer positiven Metapher besetzt. Der Sportler stellt sich der bedrohliche Streckenführer wie ein wildes Pferd vor, das er zähmen möchte. Die Bewegungen werden rhythmisch, das Fließgleichgewicht ist mit einem Glücksempfinden verbunden. In der Erinnerung bleibt nach dem Ziel das fabelhafte Gefühl die Situation beherrscht zu haben.

Sich einer Situation zu stellen, beginnt schon mit der Körperhaltung. Stress führt oft zu einer schlechten Körperhaltung, Er macht taub, beeinträchtigt unser Wahrnehmungssystem.
Beim Laufen darauf achten, wie ist die Position meines Kopfes, die Spannung meiner Gesichtsmuskeln, Beckenstand, Position der Beine, Takt de Bewegung. Ist meine Laufhaltung rhythmisch, ausbalanciert, im richtigen Spannungstonus.

Wörz unterscheidet zwischen Ergebnis- und prozessorientierte Sportler.

Der ergebnisorientierte ist mit seinem Gedanken bereits am Ziel und möchte nur so schnell wie möglich dort sein, den Gedanken abhaken und sich für das nächste Ziel bereitmachen.

Der prozessorientierte Sportler hat in seinem „Hinterkopf“ auch das Ziel, so schnell wie möglich zu sein, freut sich aber über jeden Augenblick des Wettkampfes. Er findet die Erfüllung in jedem Augenblick seines Tuns. Er ist mit seinen Gedanken im Hier und Jetzt. Er befindet sich im optimalen Leistungszustand.

Der Ergebnisorientierte steht am Start und „muss“ auf das Siegerpodest fahren. Bei dem Gedanken, dieses Ziel zu realisieren, beginnt er zu verkrampfen. Was denken die anderen über mich, wenn ich es nicht schaffe. Der Erwartungsdruck steigt und die Handlung wird zur Nebensache, es zählt nur der Erfolg.

Der Prozessorientierte, möchte natürlich auch gewinnen, freut sich auf das Gefühlt, den maximalen Speed aus den Kurven mitzunehmen und zu beschleunigen. Er genießt die Handlung und lässt sich von Niemanden den Spaß nehmen. Prozessorientierte agieren flexibler, offener und entspannter. Der Zustand des Hier und Jetzt öffnet die Sensoren der Wahrnehmung, bietet mehr Lösungsmöglichkeiten als ergebnisorientierter Stress.

Konzentriert sein heißt, ganz in der Gegenwart, im Hier und Jetzt zu leben und nicht, während man das eine tut, an das Nächste zu denken, das zu tun ist… (Erich Fromm)

Loslassen fällt leichter, wenn es einem bewusst wird, dass es sich nur um ein Spiel handelt und auch die Angst vor dem Versagen sich nicht aufschaukeln darf in Bereiche, die mit Leben und Tod gleichzusetzen sind.

Es gibt Zeiten, logisch zu analysieren, aber auch Zeiten für intuitives, ganzheitliches Handeln.

Die Komfortzone ist wie ein Nest, angenehm und warm, bietet Geborgenheit, aber gerade auch deshalb keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten.

Allerdings kann man ohne Komfortzone nicht auftanken und keine innere Ruhe finden.

Deswegen aus der Komfortzone sicher nach draußen agieren, und durch das hinzugewonnene Neue die Komfortzone erweitern. Sich nicht weiterbewegen bedeuten Rückzug, Flucht und Vermeidungsverhalten. Deswegen ist es auch wichtig, sich neuen Herausforderungen zu stellen, um den Sinn des Lebens immer wieder neu zu entdecken.

Die Erfolgserwartungen sollten in jedem Fall hoch sein, daher ist es umso wichtiger dass man sich mit klaren realistischen Zielen auseinander setzt und nicht in unerfüllbaren Träumen schwelgt.