Knochennmarksödem, Stressfrakturen, Ermüdungsbrüche. (Der Krug geht so lange zum Brunnen bis er bricht – Sprichwort)

Ein Knochen soll stabil, aber auch leicht sein. Die Natur hat das toll gelöst. Der Knochen besteht nicht durchgehend aus Knochenmasse (dann wäre er zu schwer) sondern aus dreidimensional angeordneten Knochenbälkchen, die sich mit ihren Verlaufslinien dem jeweiligen Druck-, Zug-, Dreh-, und Schubkräften anpassen.

Grundsätzlich macht Laufen den Knochen stark, weil er sich den Anforderungen anpasst. Aber nur so lange dieses System nicht massiv überfordert wird.

Das Knochenmaterial baut sich ständig auf und ab. Man sieht am Knochen ob jemand sportlich ist, oder nicht.
Körperlich aktive Menschen haben eine höhere Knochendichte. Auch später, obwohl die Knochendichte ab ca. dem 30. Lebensjahr abnimmt.

Wurde das Knochensystem überfordert, dann schafft es der Körper nicht mehr genügend Knochenmasse bereit zu stellen
Der An- und Abbau von Knochenmasse ist sehr komplex. Die Knochendichte wird von Hormonen (Östrogenen), Vitamin D beeinflusst. Beides ist vom Körperfett abhängig. Ist die Körperfettmenge zu gering, können die Hormone nicht gespeichert werden. Auch Stresshormone (Wettkampf), Medikamente (Kortison, Schmerzmittel…) wirken sich auf die Knochendichte aus.

Funktioniert dieser Mechanismus von Knochenab- und anbau nicht, verletzt sich der Knochen dort, wo er am meisten belastet und am schwächsten ist. (muskulär nicht stabilisiert werden kann)d und entzündet sich.

Bei Entzündungen entsteht Flüssigkeit (Ödem). Entsteht diese Flüssigkeitsansammlung (Ödem) im Knochen, ist es sehr blöd, denn um den Knochen ist die Knochenrinde. Die Flüssigkeit kann nirgends ausweichen. Der Druck wird immer größer. Irgendwann ist der Schmerz unerträglich. Laufen wird unmöglich. (Hat man ein Ödem in einem Weichteil, entsteht eine Beule- der Knochen kann keine Beule bilden.) Durch den Flüssigkeitsdruck wird das Bälkchensystem zerstört.

Die erste Konsequenz ist, keine Belastung auf den Knochen damit die Verletzung im Knochen nicht größer wird und der Körper die Flüssigkeitsanfüllung (Ödem) wieder auflöst. Man kann das auch Medikamentös herbeiführen, aber egal wie, es dauert seine Zeit. Ist das erledigt, ist auch der Schmerz weg. Große Erleichterung beim Sportler. Nur leider sehr sehr trügerisch. Denn der große Druck durch die Flüssigkeit kann die Bälkchenstruktur zerstört haben. D.h. Es tut nicht mehr weh, das Ödem ist weg, aber dort wo früher Bälkchen waren ist jetzt ein Loch. Die Gefahr dass der Knochen bricht ist umso größer, denn die Stütze fehlt.

Die zweite Konsequenz ist, Mobilisation, und vorsichtige Belastung, damit der Knochen einen Reiz bekommt wieder Knochenbälkchen zu bilden. Dazu braucht es einen erfahrenen Therapeuten, der aber auch den übermotivierten Sportler im Zaum hält, weil der fühlt sich super, es tut ja nichts mehr weh. Die größte Gefahr ist hier der zu frühe Wiedereinstieg ins Lauftraining. Vor allem in den Wettkampf, sonst beginnt wieder alles von vorne.

Ist einmal die Bälkchenstruktur gebildet, ist der Knochen trotzdem noch nicht so belastbar. Die Bälkchen müssen sich erst dem Druck, Zug anpassen, festigen, das dauert. Die Gefahr für den Sportler, es tut eh nix mehr weh, also bin ich auch belastbar. Und der Druck ist groß, weil der Sportler hat ja einiges verpasst und nachzuholen. Aber der Schein trügt. Belastung ist gut, aber nur im richtigen Maß. Training langsam aufbauen, aber keine Wettkämpfe. Keine Schmerzen heißt in diesem Fall nicht, man ist belastbar.

Muskulatur um den Knochen hilft den Knochen stabil zu halten. Die Muskulatur war schon vorher falsch oder überbelastet (muskuläre Defizite und Dysbalancen, falsche Bewegungsmuster, Kompensation durch Überbelastung) Durch die Verletzung war die Muskulatur in einer Zwangspause. Also muss sie auch aufgebaut werden, und das noch besser wie vorher, weil eine schwache, falsch belastete Muskulatur eine Mitursache für diese Verletzung war.

Weiteres sollte sich der Sportler Gedanken über seinen Stoffwechsel machen. Hat er seinem Körper genügend Regeneration im Training gegönnt, zu viele Wettkämpfe. Anscheinend nicht, denn er hat es nicht geschafft, dass der Knochen sich der Belastung anpasst und aufbaut. Es reicht nicht nur die verletzte Stelle zu schonen. Auch der Stoffwechsel muss nach dem Training regenerieren um sich der Belastung anzupassen. Ist die Knochenmassendichte gesunken, dauert es sehr, sehr lange bis sie wieder normal ist.

Meistens führt ein Bündel an Ursachen zu einem Knochmarksödem,-fraktur.

Vorbeugend kann gesagt werden, Kilometer sammeln, ein Übermaß an Wettkämpfen (zu viele Stresshormone überlasten den Stoffwechsel) sind auf längerer Sicht gesehen schädlich.
Der Trainingsumfang sollte dem körperlichem Leistungsvermögen angepasst werden. Trainingspläne aus dem Internet oder aus Büchern sind nicht immer die adäquaten Ratgeber. Sportler sind einfach zu verschieden.

Wettkampfzeiten als Grundlage für den Trainingsplan halte ich grundsätzlich für falsch. Wettkampfleistungen sagen noch nichts darüber aus, welche Trainingsumfänge jemand verträgt. Training nach Trainingszyklen. Wettkampffreie Zeit nicht unbedingt mit Trainingslager oder Höhentraining füllen, ohne zu berücksichtigen, dass der Körper auch Mal längere Pause braucht um seine Baustellen zu reparieren. D.h. Langfristige Planung (Wann Wettkampf, welche Wettkämpfe, Trainingsumfänge, ev. Trainingslager, private, berufliche Belastung, Pause um sich körperlich und mental zu erholen)

Langzeitig erfolgreiches Laufen ist nicht nur Ausdauertraining, sondern auch Kraft, Koordination, Stabilität, richtige Ernährung, Hirn und Herz….