Dehnen nach dem Laufen – Sinnvoll oder nicht????

(nach Weineck/Sportbiologie)

Wir haben in unseren Muskeln und Sehnen Rezeptoren (Muskelspindeln und Sehnenspindeln) Unser Körper braucht eine Mindestspannung um überhaupt aufrecht gehen zu können. Im Schlaf wird der Tonus gesenkt und bei muskulärer Betätigung steigt er.

Muskuläre Ermüdung hebt die Empfindlichkeit der Muskelspindel. Dehnung führt reflektorisch zu einer Abwehrspannung. Daher kein Dehnen.

Nach längeren Laufen fühlt man sich eher unbeweglich. Die Muskeln sind hart und angespannt. Warum ist das so?

Im Muskel hat sich Laktat angesammelt.Er ist übersäuert. Der Körper bringt dann viel Wasser zu dem Muskel, damit das Laktat wieder weggeschwemmt wird. Daher fühlt sich der Muskel dicker an, weil er eben nach der Anstrengung viel Wasser gespeichert hat. Außerdem hat der Körper das ATP (unseren Treibstoff) verbraucht. ATP ist auch ein Weichmacher der Muskulatur.

Statisches Stretching hemmt die Durchblutung der Muskulatur.

Die Muskulatur benötigt aber nach einer Belastung eine optimale Ver- und Entsorgung. Die Nährstoffe müssen ungehindert an- und Stoffwechselabfallprodukte abtransportiert werden.

Längerdauernde statische Dehnung behindert über die damit verbundene Kompression der Kapillaren die notwendige Durchblutung.

Sinnvollere regenerative Sofortmaßnahmen sind Auslaufen, und sofortiger Flüssigkeits-, Mineralstoff- und Vitaminersatz.

Frühestens eine Stunde nach einem Training oder Wettkampf kann gedehnt werden.

Hilft Dehnen bei Muskelkater?

Muskelkater sind Mikroverletzungen des Muskels. Weiteres daran herumzehren oder massieren ist daher wenig sinnvoll. Dehnen hemmt, da es durch länger gehaltene Zugspannung durchblutungsmindert wirkt die entzündlichen Reparationsphasen.